Mittelriede und Wabe
Die Mittelriede ist eine künstliche Abzweigung der Wabe am Schöppenstedter Turm.
Wabe und Mittelriede wurden seit dem Mittelalter von Mönchen des Kloster Riddagshausen zur Be- und Entwässerung der Riddagshausener Fischteiche, zur Entwässerung des Wabetals und für den Betrieb von Mühlen um- und ausgebaut.
In der jüngeren Vergangenheit übernahm der sehr tief ausgegrabene Kanal der Mittelriede die Funktion einer beschleunigten Entwässerung und führte somit das meiste Wasser im Wabetal ab dem Schöppenstedter Turm.
Der Verlauf der Wabe liegt topographisch etwas höher. Durch die Aufteilung des Wassers am Schöppenstedter Turm, war die Wabe daher im Sommer oft nur noch als Rinnsal erkennbar.
Was verändert sich?
Für die Mönche des Kloster Riddagshausen dürfte das tiefe Ausgraben der Mittelriede jahrelange und beschwerliche Arbeit mit Hacke, Spaten und Schaufel gewesen sein.
Im vergangenen Herbst wurden die umfangreichen Erdarbeiten mit Hilfe von Baggern in nur wenigen Monaten erledigt.
Technischer Fortschritt steht also nicht immer im Gegensatz zu Natur!
Denn hier wird im Wabetal eine naturnahe Landschaft vorbereitet:
Die Wabe bekommt zwischen Schöppenstedter Turm und Riddagshausen ein neues Bett, welches sich bei Hochwasser auf eine breite Auenlandschaft ausdehnen kann und somit auch dem Hochwasserschutz der Stadt Braunschweig dient.
Ausgehoben wurde ein neuer Flusslauf, der sich nun neben dem kanalartigen Verlauf der Mittelriede wohl fühlend durch die Landschaft schlängeln kann. Die Landschaft ist insgesamt neu und naturnah modelliert worden.
Neben dem Schöppenstedter Turm wird die Wasserverteilung zwischen neuem Flussverlauf und alter Mittelriede durch ein Wehr geregelt.
Kurz vor dem nördlichen Wall der Bahngleise fließen beide Wasserläufe im natürlichen Gefälle wieder zusammen.
Der alte Mittelriedelauf dient zukünftig vornehmlich als Hochwasserentlastung.
Lageplan größer (Quelle:VGT)