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Ein kleines Paradies in Braunschweig : Renaturierung der Mittelriede

Von Konrad Czudaj

Mittelriede und Wabe

Die Mittelriede ist eine künstliche Abzweigung der Wabe am Schöppenstedter Turm.

Wabe und Mittelriede wurden seit dem Mittelalter von Mönchen des Kloster Riddagshausen zur Be- und Entwässerung der Riddagshausener Fischteiche, zur Entwässerung des Wabetals und für den Betrieb von Mühlen um- und ausgebaut.

In der jüngeren Vergangenheit übernahm der sehr tief ausgegrabene Kanal der Mittelriede die Funktion einer beschleunigten Entwässerung und führte somit das meiste Wasser im Wabetal ab dem Schöppenstedter Turm.

Der Verlauf der Wabe liegt topographisch etwas höher. Durch die Aufteilung des Wassers am Schöppenstedter Turm, war die Wabe daher im Sommer oft nur noch als Rinnsal erkennbar.

Was verändert sich?

Lageplan

Für die Mönche des Kloster Riddagshausen dürfte das tiefe Ausgraben der Mittelriede jahrelange und beschwerliche Arbeit mit Hacke, Spaten und Schaufel gewesen sein.

2009 und 2010 wurden umfangreiche Erdarbeiten mit Hilfe von Baggern in nur wenigen Monaten erledigt.

Technischer Fortschritt steht also nicht immer im Gegensatz zu Natur!

Denn hier wird im Wabetal eine naturnahe Landschaft vorbereitet: Eigentlich erhält die Wabe zwischen Schöppenstedter Turm und Riddagshausen ein neues/altes Bett, welches sich bei Hochwasser auf eine breite Auenlandschaft ausdehnen kann und somit auch dem Hochwasserschutz der Stadt Braunschweig dient.

Ausgehoben wurde ein neuer Flusslauf, der sich nun neben dem kanalartigen Verlauf der Mittelriede wohl fühlend durch die Landschaft schlängeln kann. Die Landschaft ist insgesamt neu und naturnah modelliert worden.

Neben dem Schöppenstedter Turm wird die Wasserverteilung zwischen neuem Flussverlauf und alter Mittelriede durch ein Wehr geregelt.

Kurz vor dem nördlichen Wall der Bahngleise fließen beide Wasserläufe im natürlichen Gefälle wieder zusammen.

Der alte Mittelriedelauf dient zukünftig vornehmlich als Hochwasserentlastung.

Lageplan größer (Quelle:VGT)

Ein kleines Paradies wird entstehen

Wer den Verlauf der Wabe in Teilen der Gemeinde Sickte oder in Teilen der Stadt Braunschweig kennt, dem mag leicht verständlich sein, wenn hier vom Paradies geträumt wird.

Eine naturnahe Landschaft, die Ruhe verschafft, zum Verweilen einlädt und manchen sogar Geborgenheit und Glücksgefühle vermittelt, insbesondere dann, wenn die Umgebung fast märchenhaft erscheint.

Auf einem Weg, begrenzt von Wasser, begleitet von blühenden Pflanzen am Wegesrand und umarmt von Sträuchern und Bäumen, dieses Bild ist in Auen von Bächen und Flüssen zu erleben.
Ein neuer und naturnaher Lebensraum wird durch die Renaturierung im Wabetal geschaffen.
Die Natur bekommt Gelegenheit sich selbst zu verwirklichen: Die neue Wabe mit guter Wasserqualität in ihrem kurvigen Verlauf und einer wachsenden Vielfalt von Pflanzen und Tieren im Wasser und an Land.
Ganz im Sinne einer Veranstaltung der Vereinten Nationen 2008 zur Biodiversität mit zahlreichen Veranstaltungen in Braunschweig !

ProWabe e.V. freut sich auf Ihre Teilnahme an informativen Spaziergängen im Wabetal im Frühling und Sommer 2012 !
Melden Sie sich bei Interesse bitte heute schon an:
Email : ProWabe e.V.



Wabetal-Aue bei Braunschweig-Querum im Sommer 2010